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Das Führungskräfteseminar zum audit berufundfamilie war zweifellos ein Highlight bei der Umsetzung unserer Zielvereinbarung. An den vier Veranstaltungen nahmen etwa sechzig Führungsverantwortliche, von einer Frau abgesehen, ausschließlich Männer, teil. 

Zum Erfolg der Schulungen hat eine junge Kollegin des Einsatzdienstes ganz maßgeblich beigetragen. Aber dazu später mehr. 

Die Führungskräftequalifizierung wurde von der Arbeitsgruppe des Handlungsfeldes gemeinsam mit der Hochschule für Öffentliche Verwaltung entwickelt. Die Hochschule für Öffentliche Verwaltung ist das Aus- und Fortbildungsinstitut der Polizei im Land Bremen. 

Die Schulung war von vornherein als Tagesseminar angelegt, um das Thema nicht zu überfrachten. Anders als sonst bei der Fortbildung üblich, war die Teilnahme Pflicht für die Führungsverantwortlichen aller Ebenen. Den Teilnehmern sollte die Notwendigkeit familienfreundlicher Maßnahmen vermittelt werden. Außerdem war es das Ziel des Seminars die Führungsverantwortlichen für das Thema zu sensibilisieren. 

Im Verlaufe des Seminars wurden die rechtlichen Grundlagen wie Teilzeitregelungen, Frauenförderpläne etc. vermittelt. Dieser Abschnitt war wenig geeignet, die Teilnehmer zu aktivieren und wurde entsprechend kurz angelegt. 

Sehr viel spannender war da ein Blick über den Tellerrand. Ein Vertreter des im Bremerhaven ansässigen Alfred-Wegener-Instituts berichtete sehr mitreißend und unterhaltsam von den dortigen Bemühungen, den Mitarbeitern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen. Das Alfred-Wegener-Institut behauptet von sich – sicherlich zu Recht – in der Champions League der Forschung zu spielen. Gerade im Bereich der Meeresbiologie sind Frauen führend. Das AWI rekrutiert Wissenschaftlerinnen auf der ganzen Welt und ist daher gezwungen, bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie Maßnahmen auf dem Niveau anderer Staaten anzubieten. 

Es erwies sich allerdings als kluger Schachzug, die Gretchenfrage allem voran zu stellen. Nach einer kurzen Einführung in das audit berufundfamilie setzten sich die Teilnehmer in Arbeitsgruppen mit dem Titel des Seminars auseinander: Vereinbarkeit von Beruf und Familie – Luxus oder Notwendigkeit? Die Arbeitsgruppenergebnisse wurden vorgetragen. Alle Arbeitsgruppen kamen zu dem Ergebnis, es sei eine Notwendigkeit, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern. Mit Sicherheit wird es Skeptiker gegeben haben. Gehen wir einfach davon aus, dass diese von den besseren Argumenten überzeugt wurden und sich nicht einfach dem Gruppendruck gebeugt haben. 

Die Gründe, die uns als Polizei zu dem Ergebnis führen, dass es notwendig ist, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern, unterscheiden sich nicht wesentlich von denen, die für andere Branchen gelten.

Wenn wir es unseren Beschäftigten nicht ermöglichen, Beruf und Familie zu vereinbaren, verlieren wir als Polizei den Anschluss. Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist für uns kein Luxus, sondern Notwendigkeit.
Gefördert von der Ortspolizeibehörde Bremerhaven